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Die spaßige Seite unserer "Sprooch":

Hier findet Ihr echte "Schunkenbacher Traditionswörter", die praktisch vom Aussterben bedroht sind:


 Ham|me {Geolog.}

Kleine Erhebung, Hügel, Miniaturberg. „Bassemol uff, do geht's da H. nah!“ „Vorsicht ist geboten, denn von nun an geht's bergab!“

 

hin|ner|fier|schi {Richtungsanzeige}

Nach hinten oder rückwärts. Selten auch hinter etwas sein.

 

Schilling {Landwirtschaft}

Handdrehgasfahrzeug mit Kutschbock großer und Ladefläche. Hat nichts mit einer antiker Währung der Österreicher zu tun. War bei einheimischen Nebenerwerbsbauern der Einachser, der abends und samstags, mit denen man landwirtschaftliche Produkte hin- und herbeförderte.

 

Hie|ger|ma|rie {Innenwirtschaft}

Konsumtempel und Einkaufserlebnis einer ganzen Generation in den sechziger und siebziger Jahren. Hier konnte man sein sauer verdientes Taschengeld in Süßigkeiten investieren. Die schmucke Einkaufspassage musste wilden Bauspekulationen Platz machen, heute steht der gelbe Briefkasten nebem einem schnöden Brunnen an seiner Stelle.

 

Nongs {weibliche Eigenschaft}

„N. ned rum!“ „Du bist eine ganz große Nervensäge. an allem hast du herumzukritisieren!“ Abwertend für eine eingebildete, langweilige, meist weibliche Person, die sich mit nix zufrieden gibt.

 

Schnäb|ber|le {Position, Maß}

„Bass uff und geh vom Sch. weg, sonschd fallsch hinne nunner!“ „Wenn du so knapp auf dem Stuhl sitzt, dann kann es passieren, dass du aufgrund der Gravitationskraft der Erde, auf deinen Hosenboden fällst. Das wird schmerzhaft sein. Sch. ist auch eine Maßangabe. „Mach mol's Loch än Sch. uff!“ „Bitte öffne das Fenster nur eine kleine Spalt, es ist heute sehr windig und es würde nur ziehen. Danke.“

 

Bag|ge|watsch {en}

Wird oft freundlich und großzügig verteilt. „Willsch ä B.?“ „Darf ich dir meine Hand auf deine Wange zwecks Meinungsverschiedenheit schnell in dein Gesicht hinführen?“ Oft Ausgangspunkt einer lebenslangen Fehde und Ausgangspunkt stupider Gerichtsurteile mit überhöhten Schadensersatzforderungen. Wurde noch bis ins letzte Jahrhundert als erzieherische Maßnahme als Akt der Bestrafung bzw. autoritäre Erziehung praktiziert. Wahlweise gab's die B. auch als Tritt ins Hinterteil. Ältere Lehrer taten's mit einem Bengel auf die Finger.

 

Läb|be|re {Wassertechnisch}

„Wenn l. willsch, gehsch an der Kirchebrunne!“ „Wasser ist zu kostbar, dass man nur unnötig herumspielt.Bewege dein Hinterteil zum Brunnen vor der Kirche, der läuft unentwegt!“ Die Kunst unkontrolliert mit dem Wasser zu spielen und dabei die ganze Umgebung zu fluten.

 

pub|fe|re {Lehre von der Neugierde}

„Hat dich des jetzert wieder p. müsse?“ „Klaus, das hat dir keine jetzt wieder keine Ruhe gelassen, wer dieses Jahr Prinz und Prinzessin von Schunkenbach wird? Warte doch einfach den ersten Prinzenball in der Eberbachhalle ab. Vorher gibt's keine Informationen!“

 

schug|ge {Aktionswort}

Wir unterscheiden sch. und anschugge. Sch. Ist im Sport die Aktion, um einen Gegenspieler unfair vom Spielgerät zu trennen. Wogegen anschugge eine Art Impulsgeber ist. „Muss ma dich immer erschd aschugge?“ „Du hast ein Gemüt zäh wie Honig. Komm aus deiner Komfortzone heraus und beende die Sache, die begonnen hast!“

 

plämm plämm {Ausruf}

Eine französisch klingende Aussage. „Du bisch doch p. p. im Hemm!“ Hier soll zum Ausdruck kommen, das der Träger eines Herrenoberhemdes bzw. einer Bluse nicht den allerhöchsten Intelligenz- Quotienten besitzt. Meistens tippt man stakkatohaft den ausgestreckten Zeigefinger an die Stirn. Andernswo zeigt man einen Vogel.

 

Schlor|be {Schuhwerk}

Ausgelatschtes, aber noch bequemes Schuhwerk. Oftmals notdürftig geflickt und geklebt. Schnürsenkel wurden mit Bindfaden, altem Kupferdraht oder Bindfaden am Rist zusammengehalten. Oftmals war ein Sch. Anlass für den Kauf neuer Schuhe, wenn Schuhschäfers Erika oder Alfred lakonisch meinte „Die Sch. sinn nimmer z´rebariere!“ meinten sie fürsorglich „Diese Schuhe haben irreparable Schäden. Die können allenfalls auf dem Acker getragen werden!“ Sch. ist auch die Kunst der Fortbewegung, indem man vorwärtsläuft und die Füße nicht hebt. Hochdeutsch heißt das schlurfen.

 

d'Hoh|le Aich {Gewann}

Der Flecken, auf dem das Schützenhaus steht, war vor ca. vierzig Jahren von vielen Eichenbäumen umgeben. Nur die ausgehöhlte Eiche bei der Auffahrt zum Schützenhaus war namensgebend. Heute ist die Hohle Eiche ein Synonym für Schützengilde, Schützenhaus als Vergnügungseldorado und als ehemaliges Wintersportparadies bekannt – früher, als die Wagemutigen in der verschneiten Schunkenbacher Bergwelt mit Skiern und Schlitten eine echte Herausforderung fand. Legenden wurden geschmiedet, Wetten abgeschlossen oder einfach nur auf den einzigen Baum aufgefahren.

 

Geiß|hä|de|le {Landwirtschaft}

Eigenwilliger Name für den Ziegennachwuchs oder aber besser als Kitz oder Milchzicklein. Kleine, schwache oder schmächtige Kinder nennt man in Schunkenbach zuweilen auch Hädele.

 

rätz|le {Landwirtschaft}

Als es noch einen Feldhüter (früher: das wachsame Auge der Landwirte) gab, wurde das Abernten von Gemüse, Kernobst und Nüssen penibel beachtet und wurde für die Allgemeinheit erst ab dem 1.November gestattet. Heutzutage hält sich wirklich niemand daran, zückt seine Plastiktüte und erntet, was ihm zwischen die Finger kommt. Die Bibeltreuen unter den Nebenerwerbssammlern zitieren gerne die Bibel „Sie säen nicht, aber sie ernten!"

 

schdrimm|fi {Haushaltstechnisch}

Die Kunst, sich auf den unterschiedlichsten Fußbodenbelägen einer Wohnung fortzubewegen und dabei auf lästiges Schuhwerk wie Hausschuhe oder Schlappen zu verzichten und dabei nur selbstgestrickte Kniestrümpfe oder Socken zu tragen, die man meist zu Weihnachten von der Patentante geschenkt bekam. War meist Anlass für einen mütterlichen Anschiss, der Auslöser einer Angina oder der Impuls für eine unfreiwillige Kür, die mit einem unsanften, ungelenken Abgang auf dem Fußboden endete, mit dem unbelehrbaren Fazit, dass man in keinen Hausschuh mehr passte.

 

Mäd|le|schmeg|gär {Zwischenmenschlich}

Wenn einem Jüngling aus Schunkenbach nicht nur der Flaum im Gesicht sprießt, sondern sich noch die Hormone bei ihm melden und er sich plötzlich für Mädchen interessiert, obwohl er sie bis gestern für absolut kindisch und uninteressant fand,wird er von seiner Umwelt (zumeist missgünstige Freunde) als M. gehänselt und geärgert. Er ist dann in ihren Augen so eine Art Frauenversteher und verbringt viel Zeit vor seinem Kleiderschrank und vor Waschbecken und Badezimmerspiegel.

 

bäff|zge {Ausruf}

„Gib' mir eine richtige Antwort und b. nit blöd rum!“ könnte man als Bellen, Blöken oder Meckern bezeichnen. Es ist das, was einen waschechten Grantler ausmacht, ein Motzki, ein Unverbesserlicher, der immer Recht hat oder dem nichts in den Kram passt!

 

Schiss|huf|fe {Fäkaltechnisch}

Gib den Schoßhündchen oder den Kötern jede Menge Frolic oder Chappi und schon fängt die Sch. Produktion an. Da Herrchen oder Frauchen selten wissen, wann es soweit ist, werden gerne Gehwege, Wiesen oder Hauseingänge benutzt. Klebt fürs Leben gerne am Schuh und in jeder Ritze der Sohle und später auf dem Wohnzimmerteppich oder dem Bettvorleger. Routinierte Nasen können Hundefutter und Rasse erriechen. Früher kannte man in Schunkenbach lediglich Kuhfladen, Pferdeäpfel und Hasebebberle (Bohnen). Heute oft der anrüchige Zankapfel von Leuten, die sich wegen jedem Scheiß aufregen.

 

Sel|le {Personalpronomen}

Ein mittelbadisches Universalpronomen. Wird gerne angewendet, wenn man jemandem eine Geringschätzung in seiner Abwesenheit verlauten lässt. „Selle, wo gestern sellen Bledsinn g'schwätzt hat.“ „Das ist jene Dame, die hat nur wirres, nicht zusammenhängendes Zeug geredet. Ich glaube, die ist in der Politik?“

 

Räps|kischd {Fortbewegung}

Lautmalerische Bezeichnung für ein radaumachendes Fahrzeug oder Seifenkiste. Es ist die Katalogisierung frisierter und aufgemotzter zwei- und vierrädriger Fortbewegungsmittel. Man unterscheidet die tiefergelegten Fahrzeuge des Typs Golf GTI, Opel Manta oder Ford Capri mit echtem Fuchsschwanz an der UKW-Antenner und lärmender 1.000-Watt-Stereo-Krachmacher- Musikanlage im Kofferraum von den lediglich farblichen Eitelkeiten inform von sonderbaren Aufklebern, aussagestarken Sprüchen, aufgesprühten Sentimentalitäten oder selbst besuchten Sehenswürdigkeiten – auch wenn es sich nur um den banalen Campingplatz in Kleinkleckersdorf, ein Open-Air-Konzert mit der Wald und- Wiesen-Klepper l e -Band) oder den unfallfrei durchquerten Michaelstunnel.

 

Schnäb|ber|le {Ortsangabe}

Scharfe Tischkante, Mauerrand oder gefährlicher Abgrund. Kam meist mit der Aufforderung einen dieser vorgenannten Orte schnellstens zu verlassen „Geh vom Sch. weg!“

 

Schieh|bid|del {Kosewort}

Ein schüchterner, unsicherer oder zaghafter Zeitgenosse, der sich nicht viel zutraut, der viel hinterfragt und dann eventuell stumm bleibt. Sagt nicht Muh, nicht Mäh.

 

zobb|le {Tunwort}

Recht rabiat und voller Wut an den Haaren seines Widersachers ziehen. Hatte meist die Folge, dass man einen Haarbüschel in seinen Händen hielt. War gewissermaßen die mündliche Ermahnung der Kinderschulschwestern in der Nachkriegszeit „Wenn jetzt keine Ruh´ gibsch, muss ich dich z.!“

 

wus(s)|le {Tunwort, Erziehung}

Bewegliche, hyperaktive Aktivitäten in der Schule, im Verein, Zuhause oder manchmal auch bei der Arbeit. Kommt von Gewusel und ist der kleine Bruder vom Gewimmel und bedeutet ein schnelles, unruhiges und flinkes hin- und herbewegen.

 

stib|be|re {Tunwort}

Wenn jemand auf seinen Fusszehen steht, damit er oder sie alles besser überschauen kann. Es ist die Vorstufe von Hirnussen oder einfach derb ausgedrückt: neugierig sein.

 

Kluf|te|mi|chel {Kosewort}

Ein eitler Mensch, der viel Wert auf sein Äußeres legt und daher schon mal ungeschickt bis hölzern wirken kann. Der Ausdruck Kluft kommt vom Rotwelschen, also es ist eine uniformähnliche, auffällige Kleidung, wie sie eine Gruppe (z.B. der Elferrat) trägt.

 

Bad|scher {Hauswirtschaft}

Hausrat oder Werkzeuge, die gut in der Hand liegen. Stellvertretend ist der Teppichb., mit dem man den Hausstaub und alle Arten von Milben aus Teppichen, Läufern oder Matten schlagend oder klopfend entfernte und dadurch die heißgeliebte Nachbarschaft mit selbem einnebelt. War (früher) auch eine beliebte Erziehungsmethode, wenn die Zöglinge mit Worten einfach nicht zu überzeugen waren.

 

Mick|le {Fauna}

Sobald die ersten Sonnenstrahlen erscheinen, erscheint auch sie: Die Fliege oder die M. Sie gibt es in fast allen Farben und erscheinen immer dann, wenn sie einem am lästigsten sein können. Ihre Eier oder Maden legen sie überall ab, aber am bevorzugtesten sind die hauseigenen Biotope, die man auch zuweilen „Braune Tonne“ nennt. Im Herbst zur Apfelsaft- und Süßmostzeit schwirren abertausende Kollegen um Apfelschnitz und Mosthaffe herum. Es ist der kleine Cousin der Stubenfliege, die Drosophila, die wir auch als Essig-, Tau- oder Fruchtfliege („Moschdmickle“)kennen.

 

Rom|be {Einheit}

Ein undefiniertes Stück vom Ganzen. Es scheint eher groß als klein zu sein. „Än R. Brot!“ „Ein größerer Brocken vom Brotlaib gebrochen“

 

Hä|de|le {Landwirtschaft.}

Tiernachwuchs, das kurz nach der Geburt noch ungelenk und tapsig dem Muttertier folgt. Speziell Bez. für Milchlämmer von Ziegen oder Schafen, die nennt man dann Geißoder Schafhädele.

 

Hif|fe|le {Landwirtschaft.}

Kleine bis kleinste Erhöhung aus Erde, Dreck oder tierischen Exkrementen. Manchmal handelt es sich auch um  einen kleinen Stapel aus Hölzern, Heckenschnitt, den wir alle besser als Welle kennen oder Zweigen. Auch: Ein beliebtes Kartenspiel, in dem der Kartenstapel aufgehoben werden musste.

 

Blud|de {Anatomie}

Nicht bedeckter Körperteil. Wird bei der zweirrädrig mobilen Dorfjugend meist nur auf das Hinterteil reduziert. War früher auch gerne Ziel von Schlägen als Strafe.

 

Bi/nond {Anatomie}

„... der isch aber gut binnond.“ Bezogen auf eine Person, die ein etwas höheres Körpergewicht besitzt.

 

Fad/de/graad  {Charakterliche bzw. Geographische Bezeichnung}

Kann personenbezogen sein. „Der isch faddegraad.“ Was soviel bedeutet, dass eine Person sehr direkt ist und einen korrekten Lebenswandel führt. Kommt aber auch in der Geographie oder im Baugewerbe vor. „Wenn du die Latt nitt glei faddegraad on den Balke nohebsch, hau ich en Dir um d‘Backe rum!“

 

/Gischhzzz/ {Jagdtechnik}

Ausdruck aus der Jagd. Findet öfters im Hausgebrauch Verwendung z. B. um Nachbars Katze aus dem Garten zu verjagen. Desweiteren auch aus der Gastronomie bekannt. „Gischzzz, Gischhzz, …gihsch jetzzzzt hoim?“

 

Hirn/wie/di {Psychologie}

Fachbegriff aus der Medizin. Beschreibt einen Zustand, in dem sich eine erregte Person befinden kann. Begleiterscheinungen sind hoher Blutdruck, starke Gesichtsrötung und ein nicht gemähter Pulsrasen. Im Gegensatz zur Hirnhauentzündung, hat „hinrwiedi sein“ eine sehr kurzfristige Inkubationszeit. Von jetzt uff nochher sozusagen. Tritt öfters in Verbindung mit Alkohol auf.

 

Oi/ge/brö/dler {Psychologie}

 beschreibt eine egoistisch veranlagte Person, die sich mehr oder weniger nur auf selbst entwickelte Verhaltensregeln verlässt. „Des isch enn richtiger Oigebrödler.“

 

o/mu/sche {Kleidung, Mode}

Verb. Bezieht sich auf das Ankleiden. „Du Dich mol endlich omusche, rennsch jo rum wie enn Lodderle!“ Meistens wird er in einem befehlshaften Ton verwendet, der das äußere Erscheinungsbild des Betreffenden als optisch sehr störend beschreibt. Die gegenteilige Variante hört man meistens im Zusammenhang mit größeren Feierlichkeiten „Do henn Ihr Eich aber rausg‘putzt“.

 

Pflo/dschii {Psychologie} träge

Inaktiver Zustand, der eine eher passive Aktion beschreibt. „Der pflodsch sich grad so no.“Eine Person, die sich von ihrer Umgebung abkapselt und inaktiv reagiert. Weitere Erklärungen siehe „Oigebrödler“

 

schäpps {Technik, Psychologie}

beschreibt einen Zustand sowohl sachlich: „Die Schraube wurde schäpps mit der Mutter verschraubt!“ …als auch zwischenmenschlich, dass eine Person „schäpps isch“. Die Argumente des Gegenüber stimmen nicht mit meiner Wahrheit überein.

 

Schbenn/zer {Kleidung}

Begriff aus der Mode. Bezeichnung für ein sehr elegantes Herrenbekleidungsoberteil.„Unn om Sunni ziege merr der Schbennzer wieder oh.“ Nicht zu verwechseln mit Schlennzer. „Jetzt hat mir doch der sell enn Schlennzer in der Schbennzer gmacht.“

 

schinn/ond {Charakter} schüchtern

 „... sei doch nett so schinnond.“ Ein Hinweis darauf, dass man die Zurückhaltung unangebracht findet ...

 

Schlenn/zer {Kleidung, Geografie}

1.Begriff aus der Mode: Eine durch Brachialgewalt ausgelöste Öffnung in einem Stoff oder ähnlichem, die z. B. durch ein Messer oder pure Kraft verursacht wurde.

2.Wird auch desweiteren in der Geographie angewandt: „... unn donoch henn merr noch enn Schlennzer ins Doniels gmacht.“

 

usse/nond {Zwischenmenschl., Haustechnisch}

auseinander. Kann sich auf Personen beziehen: „...die sinn aber schu long ussenond.“ Oder auch sachliche Bedeutung haben: „... schniet den Weck ussenond, dass i d‘Brotwurscht ningstecke kohn.“ 

 

vunn/ond  siehe usse/nond

 

winsch {Haustechnik} oft verwendeter Ausdruck in der Baubranche für Bretter oder Balken, die in sich verdreht oder verbogen sind. Speziell am Abend und an Wochenenden sind in der Nähe privater Baustellen Aussprüche wie „... Herr, der Balke isch jo winsch wid sau ...“ oder „... sage mol, wo hasch den die winsche Schalbretter widder her ...“ zu hören. Doch Achtung! Nach Auspruch dieser Sätze wird besagter Balken in den meisten Fällen recht unkontrolliert und rabiat zurückgeworfen.

 

Ääs/er/äck/er {Gewann}

Ooseräcker. Südliches, an der Nachbargemeinde Baden-Oos angrenzendes Gewann in Schunkenbach, das durch sein mediterran-mildes Klima traditionell für die badische Bambusaufzucht gilt. Da in Sch. der Plural der Ooser Bürger mit doppel-ä gebildet wird, kommt man um dieses wenig anmutige Wort leider nicht umhin.

 

doohr/gle, doohr/gelt {Anatomie}

schwanken: „Duht der aber doohrgle! Der hatt enn Rusch, dass grad so kracht!“ heißt soviel wie: Diese Person ist durch zu großen Alkoholkonsum so beeinflusst, dass die Schwerkraft ihm gegenüber sehr ungünstig entgegenwirkt. „Geschtern isch aber der XXX wieder hoimgedoohrgelt. Der war sicher wieder im Daniels“

 

Gluck/ser {Anatomie}

Schluckauf. Bezeichnet eine reflektorische Einatmungsbewegung, bei der die Einatmung durch plötzlichen Stimmlippenverschluss unterbrochen wird. Dadurch entsteht ein deutliches Geräusch. “Wenn der Gluckser hasch musch enn Schnaps drinke! Er geht zwar nett weg, aber merr merktihn nimme so arri.“

 

Goh/gell/es {Knigge}

Kommt aus dem närrischen. „Mach kei Gohgelles“ heißt soviel wie: „Ihr Benehmen entspricht nicht meinem gesitteten Weltbild. Verhalten Sie sich daher etwas ernsthafter“ ...oder anders ausgedrückt: „mach kei Bleedsinn“

 

He/ri {Ernährung}

Spezielle Fischart: Hering. Der Verzehr dieses Meeresbewohners nimmt an und nach Fastnacht enorm zu, da der hohe Salzanteil im Fleisch des Fisches die fehlenden Mineralien durch zu häufigen Genuss von Alkohol sehr schnell ersetzen kann. Kurz: „Ess mol enn Heri, wenn enn Kater hasch“ HERI können allerdings niemals HOORI sein. Es sei denn, der Koch, der den Hering in Paniermehl zubereitet hat, hat mit altersbedingtem Haarausfall zu kämpfen.

 

Hoor/i {Anatomie}

Adjektiv. Übersetzt: haarig. „Hat der enn hoorige Buckel“. Hat aber nichts mit HERI zu tun. Der Ausspruch: „Der Heri isch aber arri hoori“ hört man daher eher selten. Bei „Des isch aber ä hoorige Ohgelegenheit“ steht das HOORI mehr für brenzlich,  renzwertig oder knapp.

 

Mutsch/le {Ernährung}

Traditionelles Backwerk aus Haueneberstein. Eignet sich besonders gut beim Frühstück zum Eintauchen in verschiedene Heißgetränke. Unter Mutschelkennern hört man öfters: „So ä paar Mutschelreschtle die im Kaffee rumschwimme simmer om liebschte.“

 

Sau/woid {Gewann}

Geographisch. Trabanten-Siedlung am Rande Hauenebersteins. Verbirgt heute noch unerforschte Sitten und Rieten. Sitz des Schützenhaus. Bekannt durch die mittlerweile pensionierte weltbekannte Star-Gastronomin Renate Kahia.

 

Tre/bbe/lie/re {Zwischenmenschlich}

Drängeln, bedrängen. „Was trebbeliersch denn so?“ heißt soviel wie: Warum machst Du so einen zeitlich komprimierten Verarbeitungsdruck auf unseren laufenden Arbeitsprozess? ...oder anders ausgedrückt:“Mach kei Hektik!“

 

wunn/er/fiz/zi {Psychologie}

Neugierig. „Der isch aber heit wieder wunnerfizzi!“ heißt soviel wie: „Seine neugierige Art, sich Informationen zu verschaffen, ist mir sowas von subordinativ subspekt“ oder kurz: „Ohre eiklappe, sonscht werre se erhitzt!“

 

z´stroich {Zwischenmenschlich}

Bedeutet soviel wie zurecht kommen. „Mir komme schu zstroich“ heißt soviel, wie „Wir werden mit der vorgegebenen Situation ohne Mühen und Umstände zurecht kommen“. Eine erweiterte Form lautet: Hondstroich „Der macht kei Hondstroich on dem Acker“Soll heißen, dass eine gewisse Person sich nicht in der Lage sieht, einer durch körperliche Anstrengung hervorgehende Gartentätigkeit nachzukommen.

 

Zwu {Anzahl}

Zwei [plural, fem.]. Mehrzahlbildung, jedoch nur gültig in Verbindung mit weiblichen Hauptwörtern: Siesch´die „zwu Menscher“ dert dibbe?

 

Zwie {Anzahl}

Zwei [plural, mask.]. Mehrzahlbildung, jedoch nur gültig in Verbindung mit männlichen Hauptwörtern: Siesch´die„zwie Kerl“ dert dibbe?

 

 

 

 

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